«Sonntag» untergräbt sich05. Oktober 2007 | [ Medien ] |
Kurioses Verhalten zeigt die Redaktion der neuen Sonntagsausgabe der «Mittelland Zeitung». Chefredaktor Patrik Müller lässt per Mail-Vorabmeldung verkünden, dass in der kommenden «Sonntag» – also übermorgen – stehen wird, dass Susanne Wille und Franz Fischlin, das News-Traumpaar der Schweiz, zum zweiten Mal Eltern geworden sind. Wieso tut Kollega Müller das?
Vorabmeldungen sollen andere Medien dazu bringen, die News unter Zitierung der Quelle ebenfalls zu bringen. Nur: Wie macht man das, wenn die Quelle ja noch gar nicht vorhanden ist und man sogar Zeit hat, die News vorher zu bringen?
«Wie sie morgen in ‹Sonntag› lesen können, ist Suanne Wille zum zweiten Mal Mutter geworden.»
Aha… So liefert das Blatt selbst Argumente, wieso sich die Abonnenten über die zusätzliche Ausgabe ärgern...
Hach, wie froh bin ich und glücklich schätze ich mich, in einem Land leben zu dürfen, in welchem ein 13-jähriger Junge als einer der besten Gewehrschützen betrachtet wird...
UBS entscheidet auf dem Ausflug06. Juli 2007 | [ Medien ] |
Hier geht’s nicht um die News. Dass Peter Wuffli als CEO der UBS gespickt wurde, kann man gern andernorts lesen. Interssant ist diese Bemerkung von sda und T-A online:
Der Verwaltungsrat habe Ende letzter Woche bei einem Treffen in Valencia diesen Vorschlag einstimmig abgelehnt, sagte Ospel anlässlich einer Telefonkonferenz.
Was war letzte Woche in Valencia..? Ah, ja genau! Da wurde ja gesegelt. Und wer ist Hauptsponsor der «Alinghi»? Genau, eine gewisse Schweizer Grossbank. Klar ist: UBS war am America’s Cup zugegen und hat dann wohl beim gemeinsamen Treffen an der Biertheke eben mal so entschieden…
Die gerechte Strafe07. Juni 2007 | [ Politik ] |
Congratulations USA! Gelobt sei die grösste Demokratie der Welt! Dutzende Gefangene sitzen seit Jahren in Guantanamo ohne jemals ein Verfahren erlebt zu haben oder überhaupt zu wissen, wofür sie beschuldigt sind. Und dann ist da Paris Hilton, die gegen ein Gesetz verstossen hat und rechtskräftig zu 45 Tagen Haft verurteilt ist. Aber sie schickt man nach vier Tagen wieder nach Hause…
Alex Frei - oder: Der SFV leidet an Demenz30. Mai 2007 | [ Gesellschaft ] |
Alex Frei ist also der Spieler des Jahres... Toll, findet da der eine oder andere und denkt an die WM in Deutschland zurück. Es ist noch kein Jahr her, da entpuppte sich der Nati-Spieler als wahrer «Schnuddergoof» und spuckte in der Gegend rum. Wie kann so einer eine Auszeichnung kriegen?!?
Medien trennen Wesentliches von Unwichtigem02. März 2007 | [ Medien ] |
Zum Glück verfügt die Welt über so seriöse Nachrichten-Manager, wie die deutsche Welt über n-tv. Sie trennen für uns wesentliche von den unwesentlichen News, wie Beispiel beweist:
Salma Hayeks Oberweite - Endlich ausgezeichnet
Die mexikanische Schauspielerin Salma Hayek ist bei den Annual Anatomy Awards für die herausragende Rolle - äh, oops, aber so ist es nun mal - ihrer Brüste geehrt worden.
Der «Tagi» hat 'ne eigene Zeitrechnung31. Januar 2007 | [ Medien ] |
Lustiglustig. Den «Tagi» in Ehren, aber irgendetwas scheint da nicht zu funktionieren. Wir haben zehn vor vier nachmittags und lesen auf der Seite einen Text über Blochers Kompetenzverletzungen in Sachen Rohschacher. An und für sich löblich beim Tagi online ist, dass er die Uhrzeit der Platzierung sowie jeder Ergänzung aufzeigt. Aber wie finden wir das:
15:08, ergänzt 16:41 -- Tages-Anzeiger Online
Blocher überschritt Kompetenzen
Armin statt Formel 126. Januar 2007 | [ Medien ] |
Weil die SRG nicht so viel Gebührenerhöhung zugesprochen erhielt, wie sie es von Bundesrat und Parlament gern gehabt hätte, muss sie nun sparen: Verzichtet wird beispielsweise auf die Übertragung von Formel-1-Rennen, wie wir ja gelesen haben. Unbestätigten Gerüchten zufolge gibts aber jeweils während den Rennen ein kostengünstiges Alternativprogramm: Wir sehen Armin Walpen in seinem Porsche auf dem Leutschenbach-Parkplatz Runden drehen.
Um noch ein Kapitel zu meiner James-Bond-Schnöderei anzufügen, der Tagi online im Jahresrückblick 2006:
Pierce Brosnans Abgang als 007 hat viel Wirbel verursacht, das Casting von Daniel Craig ebenso. Doch die anfänglichen Schmährufe sind verstummt. Craig erntet für seine Darstellung eines «realistischen» Bond viel Lob.
Jaeben. Genau das ist doch das Problem. Wollen wir Realitätsnähe (mit Betonung darauf, dass auch das nicht Realität ist), würden wir uns «Die Hard» und Bruce Willis ansehen.
Kein Einzelfall05. Dezember 2006 | [ Medien ] |
Lange habe ich hirnen müssen, was ich zur letzten Zimmermann'schen Kolumne schreiben könnte. Er kritisierte darin, dass die Journis immerzu über Ereignisse schreiben, die «keine Einzelfälle» seien. Ich kam nicht wirklich weit, weil meine Arbeitsthese leider scheiterte: Zimmermann selbst hat die Wendung in seinen Kolumnen leider nur einmal – und auch da nur indirekt – verwendet. Dass seine Weltwochen-Kollegen einigen 100 Mal «kein Einzelfall» schrieben, kann man ihm ja nicht anlasten.
Denn unsereins ist nicht so verblendet, dass er das Möchtegern-Schreiben einiger Zürcher Journalisten (denn darauf muss sich Zimmermann wohl jeweils beziehen) gleich zum Strick der ganzen Gilde macht. Die Pauschalverurteilungen sind ja aber bei Kurt W. Zimmermann leider auch «kein Einzelfall»…